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27.02.2007

Wettbewerb auf der letzten Meile darf nicht durch überhöhte Preise ausgebremst werden

VATM warnt vor politisch motiviertem Monopolschutz

Die letzte Meile ist immer noch fest in Monopolistenhand. Über 86% aller Anschlüsse werden auch im Jahre 10 der Liberalisierung von der Deutschen Telekom AG (DTAG) geschaltet. Der größte Verfolger des Ex-Monopolisten kommt gerade einmal auf einen Marktanteil von gut 5%. Auch wenn die Wettbewerber mehrere hunderttausend Kunden hinzugewinnen konnten, klafft selbst zwischen den größten Wettbewerbern und der DTAG immer noch ein riesiger Abstand. Diese Relation zeigt, dass der Wettbewerb noch immer am Anfang einer gewaltigen Aufholjagd steht.

Die vielfachen Hinweise der Bundesnetzagentur auf steigende Marktanteile der Wettbewerber von einstweilen über 50 % betreffen lediglich den Anteil an Gesprächsminuten bei der herkömmlichen Telefonie. Als Orientierungsgröße für den Wettbewerb auf Infrastrukturebene sind diese Zahlen völlig irreführend und unbrauchbar. „Hier werden aus politischem Kalkül nicht nur Äpfel mit Birnen verglichen, sondern gleich noch die Marktanteile von über 100 Unternehmen der Telekommunikationsbranche zusammengerechnet um ein Bedrohungs-Szenario zu Lasten der DTAG zu konstruieren. Mit einer solch marktfremden Sichtweise spielt man der Telekomstrategie in die Hände, sich möglichst lange eine absolut marktbeherrschende Position zu sichern und gleichzeitig die Wettbewerber vom eigenen Infrastrukturausbau abzuhalten“.

„Von größter Bedeutung für den Infrastrukturwettbewerb ist daher die richtige Preissetzung für die Anmietung der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) von der DTAG - nicht umsonst als die Mutter aller Vorleistungen bezeichnet,“ kommentiert Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM, das Ergebnis einer im Auftrag des VATM erstellten Untersuchung von Dialog Consult.“ Der VATM fordert eine Senkung dieser Gebühren von heute 10,65 Euro auf deutlich unter 9 Euro. „Anderenfalls würde die Entwicklung des Infrastrukturwettbewerbs auf der letzten Meile ausgebremst“, so Grützner.

Internationale Vergleiche zeigen eine einstweilen deutlich größere Dynamik in den ausländischen Anschlussmärkten. So liegen die Entgelte für die TAL in Deutschland bereits seit 2005 im internationalen Vergleich mit 10,65 Euro deutlich höher als in den hier führenden Ländern wie zum Beispiel Italien mit 8,05 Euro.

„Der Regulierer muss sich nun an harten Fakten orientieren und einem politisch motivierten Monopolschutz eine klare Absage erteilen“, fordert Grützner. Wenn die erfolgreiche Geschichte der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes in Deutschland fortgeschrieben und  selbsttragender Wettbewerb weitgehend ohne Regulierung möglich werden soll, müssen die Wettbewerber die Chance haben eine wettbewerbsfähige Größe zu erreichen. Verfolger mit Marktanteilen von lediglich 5% der Anschlüsse und weniger sind keine Bedrohung für die DTAG. Sie sind aber eine Chance für den Markt und die Verbraucher, die es zu fördern und zu nutzen gilt.

Die Bundesnetzagentur muss das monatliche Entgelt für die Miete der blanken Kupferdoppelader bis zum 31. März 2007 neu festlegen. Die mündliche Verhandlung zum Entgeltverfahren findet am 28. Februar 2007 statt.

Download: Grafik zur Verteilung der Anschlüsse

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Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
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