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30.03.2007

Miete für die letzte Meile sinkt lediglich um 15 Cent

VATM: Schlag ins Gesicht für Wettbewerber mit eigenen Netzen

Auf 10,50 Euro hat die Bundesnetzagentur die monatlichen Entgelte für die Miete der Teilnehmeranschlussleitung für die nächsten zwei Jahre festgelegt. Die Teilnehmeranschlussleitung ist die letzte Meile, die im Regelfall alle Infrastrukturanbieter zur Versorgung von Endkunden von der Deutschen Telekom AG (DTAG) anmieten müssen.

„Die Bundesnetzagentur hat mit der heute veröffentlichten Festlegung der Entgelte unverständlicherweise und entgegen mehrfacher öffentlicher anderslautender Ankündigungen den bewährten Absenkungspfad der vergangenen Jahre verlassen“, kritisiert VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. „Die viel zu geringe Absenkung um 15 Cent und damit um lediglich 1,4 Prozent bestraft alle Unternehmen, die mit Milliardeninvestitionen eigene Netzinfrastrukturen aufgebaut haben. Denn aufgrund der mehrfach höheren Absenkungen im Resale-Bereich ist nun eine erhebliche Schieflage im Markt entstanden, die die Bundesnetzagentur hätte verhindern müssen.“

Auf Kritik des Verbandes stößt das von der Bundesnetzagentur für die Ermittlung der Kosten der effizienten Leistungserstellung herangezogene Kostenmodell. „Hier werden Wiederbeschaffungskosten für teures Kupfer angesetzt, das meist seit über 30 Jahren im Boden liegt“, so der VATM-Geschäftsführer. „Auch die Abschreibungsdauern sind viel zu kurz und unterscheiden sich deutlich von denen, die der Regulierer in vergleichbaren Fällen ansetzt.“

„Besonders ärgerlich ist, dass der internationale Benchmark, den die Bundesnetzagentur selbst vor zwei Jahren vorgenommen hatte, heute zu Preisen von deutlich unter zehn Euro hätte führen müssen“, erklärt Grützner. „In der Spitzengruppe mit Italien, den Niederlanden und Dänemark liegen die TAL-Preise sogar deutlich unter neun Euro.“

Mehrfach war von der Bundesnetzagentur im Vorfeld der Entscheidung auf die hohen Marktanteile der Wettbewerber von angeblich über 50 Prozent hingewiesen worden. Damit sollte offensichtlich der Markt darauf vorbereitet werden, dass es einer weiteren Förderung des Wettbewerbs durch deutlich sinkende TAL-Monatsentgelte nicht mehr bedürfe. „Völlig zu Unrecht“, meint Grützner, „da der Anteil der Infrastrukturanbieter und damit des hochinvestiven Wettbewerbs in Deutschland bei lediglich 14 Prozent liegt.“ Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die Telekom bei der letzten Meile mit rund 86 Prozent Marktanteil nach wie vor eine absolut marktbeherrschende Stellung hat. Zum Vergleich: Der nächstgrößere Wettbewerber folgt mit 5,3 Prozent Marktanteil.

„Mit einer deutlicheren Senkung der TAL-Entgelte hätte man hier den Wettbewerb weiter befeuern können“, so der VATM-Geschäftsführer. Insgesamt gehe von der heute veröffentlichten Minimalabsenkung der Miete für die letzte Meile das falsche Signal aus.

Wir haben zu dieser Pressemitteilung zwei Grafiken für Sie vorbereitet:

Grafik 1 zeigt die von der Bundesnetzagentur genehmigten und die von der DTAG beantragten monatlichen Entgelte für die Anmietung der TAL (1998-2007).

Grafik 2 zeigt die Verteilung der Marktanteile auf dem deutschen TAL-Markt.

Kontakt

Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
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