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27.01.2005

Neue Chancen für die neuen Bundesländer

Das schnelle Internet kommt per Funk

Nicht nur der Mobilfunk rüstet auf, um Deutschland für den Weg ins breitbandige Internet fit zu machen. Auf der Grundlage von UMTS stellen künftig mobile Downloads mit rund 4-facher ISDN-Geschwindigkeit den Nutzer nicht mehr auf die Geduldsprobe. Und damit nicht genug: Zwar nicht mobil, aber dafür mit deutlich höheren Übertragungsraten dringen derzeit innovative Zugangstechnologien vor, die DSL im Festnetz Konkurrenz machen wollen.

Funk- und Drahtlostechnologien bieten sich gerade dort an, wo der schnelle Internetzugang per DSL – die bisher am weitesten verbreitete Zugangstechnologie – bisher nicht realisiert werden konnte. Davon sind insbesondere die neuen Bundesländer betroffen, da eine Aufrüstung der hauptsächlich mit Glasfaser-Opal-Technik ausgestatten Gebiete mit DSL nicht oder nur mit hohen Kosten realisierbar ist oder auf weiten Strecken die Qualität der Kupfer-Kabel für einen DSL-Anschluss nicht ausreicht.

„Vor allem dezentrale Gewerbegebiete und kleinere Gemeinden mit weniger dichter Bebauung lassen sich per Funk dennoch wirtschaftlich mit breitbandigen Internetdiensten versorgen,“ führt Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM, aus.

Erste Mitgliedsunternehmen des VATM befinden sich derzeit in der Erprobungsphase und testen, wie sich verschiedene Funktechnologien etwa WiMAX (World Interoperability for Microwave Access), Portable DSL, W-LAN einsetzen oder kombinieren lassen. Von diesen neuen Übertragungsmöglichkeiten verspricht man sich hohe Verbindungsgeschwindigkeiten von mehreren Kilometern Reichweite - und das ohne die teure Verlegung von Kabeln. Die neue Technik leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Erschließung der sogenannten letzten Meile durch die Wettbewerber.

Dass es in der Praxis funktioniert, zeigen Unternehmen wie Airdata, das nach ersten erfolgreichen Tests in Berlin und Stuttgart heute das Gebiet Bensberg bei Köln ans Netz nimmt. Für Bürger auch außerhalb der großen Ballungszentren und dort, wo die Deutsche Telekom AG bisher nicht ausbauen kann, bietet sich damit die Chance, das Warten auf Breitband-Internet endlich zu beenden.

Lassen sich die hoffnungsvoll stimmenden Marktprognosen und bisher in Einzelprojekten erprobten Alternativen im Zugangsbereich realisieren, könnten auf der Basis verschiedener Funktechnologien wie UMTS, W-LAN oder WiMAX schon bald neue Dienste fast flächendeckend und unabhängig von einer Netzwerktechnologie dem Kunden angeboten werden. Dem Investitionsstandort Deutschland in Sachen Breitband täte es gut. Bisher sind lediglich 6,6% der Bevölkerung mit breitbandigen Diensten versorgt.

Der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post kommt dabei eine zentrale Aufgabe zu, denn sie stellt mit ihrer Frequenzplanung die Weichen dafür, welche Technologie eine Chance erhält und als Ergänzung zu etablierten Techniken wie UMTS und DSL den Breitbandmarkt in Schwung bringen kann.

„Die Unternehmen sind bereit, mehrere 100 Millionen EURO in neue Technologien zu investieren. Sie benötigen in den nächsten Monaten dringend Planungssicherheit, wenn zügig auch mit einem ‚Aufbau Ost’ begonnen werden und der breitbandige Telekommunikationsanschluss für jedermann nicht nur eine weit in die Zukunft reichende Vision, sondern schnell Realität werden soll,“ erklärt Jürgen Grützner.

Kontakt

Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
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