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17.02.2005

Das neue Tarifmodell der Telekom: Werbung und Wahrheit

Wie man statt 75% sogar 100% sparen kann

Wer die Werbung des rosa Riesen nicht genau anschaut, könnte bald bitter enttäuscht sein: Einsparungen von bis zu 75% werden versprochen und in vielen Medien wurde dies bereits mit Preissenkungen verwechselt. Dass dem nicht so ist, merkt man beim aufmerksamen Lesen allerdings sehr schnell. Aber auch die „Einsparpotenziale“ verdienen dringend einiger realistischer Korrekturen: So können in der Tat 75% gespart werden, wenn ein Kunde - nur zum Beispiel - bislang immer 3 Minuten und 59 Sekunden im City-Tarif telefoniert hat und nun das Gespräch ständig nach genau 59 Sekunden beendet. Der interessante Grund ist eine recht einfache Rechnung: Bisher zahlte der Kunde 6 Cent im 4-Minuten Takt, jetzt 1,5 Cent, allerdings pro Minute.

Dass eine solche Einsparung in der Realität eintritt, dürfte mit dem „unwahrscheinlichen Fall“ des Druckverlustes vergleichbar sein, den die freundliche Stewardess im Flieger zum Herunterfallen der Sauerstoffmasken beschreibt, “ so Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM. „Solche Vergleiche haben nichts mit der Wirklichkeit zu tun, und der Kunde wird sehr schnell erkennen, dass sich mit Rechenexempeln kaum etwas sparen lässt.“

Wenn die Werbung nicht wäre, könnte man das neue Tarifmodell der T-Com als durchaus seriös bezeichnen. Es macht deutlich, dass die T-Com vor allem die für Kunden günstigere kurze Taktung von nur einer Minute übernommen hat, die bei den Wettbewerbern seit Jahren üblich ist. Gut auch, weil jetzt ein besserer Vergleich zu den oft weit günstigeren Tarifen der Wettbewerber möglich wird. Auch dort, wo wirklich Preissenkungen vorgenommen wurden oder Flatrates angeboten werden, kann der Kunde diese scheinbar günstigen Angebote schnell mit denen der Wettbewerber vergleichen. Vor allem wenn sich bei XXL Local herausstellt, dass die Flatrate nicht für den ganzen Citybereich gelten soll, sondern wirkungslos ist, wenn eine Vorwahl z.B. für einen anderen Stadtteil oder den Nachbarort im Citybereich gewählt wird, so liegen die Konditionen der City- und Regio-Carrier durchweg günstiger, und selbst Call-by-Call bleibt fast immer billiger – ohne zusätzliche Flatrates zahlen zu müssen.

Aber auch für den Regulierer werden die Probleme größer, da die Flatrates immer weiter zunehmen. „Der Regulierer wird reagieren müssen, wenn die DTAG dem Wettbewerb weiterhin Vorprodukte verweigert, die ebenfalls zeitunabhängig tarifiert sind,“ so Jürgen Grützner. „Transparenz für Kunden wird konterkariert, wenn die Werbung in die Irre führt. Nähme man die Einsparrechnungen der Telekom in ihrer Werbung ernst, so wünschte man sich zumindest den Hinweis, wie man sogar 100% bei der Telekom sparen kann: Einfach den Anbieter wechseln...“.

Kontakt

Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
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