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17.03.2005

Telekom fordert in Anhörung weiterhin Mondpreise für TAL-Miete

VATM: RegTP kann die Investitionsbremse lösen

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) muss bis Ende April den Mietpreis für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL), den die Wettbewerbsunternehmen für deren Nutzung an die Deutsche Telekom AG (DTAG) zu zahlen haben, neu festlegen. Während die DTAG sich von der RegTP eine Erhöhung der monatlichen Entgelte für die sogenannte letzte Meile zum Endkunden von derzeit 11,80 Euro auf völlig überzogene 17,40 Euro genehmigen lassen will, hält der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) - mit Blick auf die Wettbewerbssituation in vergleichbaren Ländern - eine deutliche Absenkung auf unter 10 Euro für überfällig. Im Rahmen der heutigen Anhörung im TAL-Entgeltregulierungsverfahren haben Experten und Beteiligte ihre Argumente dargelegt.

Mit der bevorstehenden Entscheidung zur Teilnehmeranschlussleitung - nicht ohne Grund die „Mutter aller Vorleistungen“ genannt - wird die RegTP zeigen, ob sie den Infrastrukturwettbewerb in Deutschland wirklich fördern will. VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner: „Jetzt hat es der Regulierer in der Hand, ob er die Weichen für einen kräftigen Investitionsschub stellen oder den Fuß auf der Bremse lassen will.“ Grützner ist sich sicher, „dass zu hohe TAL-Preise auch überhöhte Entgelte für alternative Zugänge wie etwa Line-Sharing oder künftig Bitstream Access festschreiben werden.“ Das würde auch der Breitbandentwicklung schaden. So könnten große Wettbewerbspotenziale weiterhin ungenutzt bleiben, wenn die Basis für ein konsistentes Entgeltkonzept falsch gesetzt wird. Denn vor allem die monatlichen Entgelte für die TAL lägen erheblich über den Preisen fast aller wichtigen europäischen Vergleichsländer.

„Wenn wir weiter damit argumentieren, dass es ausreicht, im Europäischen Mittelfeld mitzuschwimmen, werden wir als größte europäische Industrienation zwangsweise immer weiter zurückfallen und Investitionen wie Arbeitsplätze verlieren“, warnt Jürgen Grützner. In Europa ist die ITK-Branche der wichtigste Wachstumsmotor für die Wirtschaft. Aber auch hier liegt Deutschland einstweilen weit abgeschlagen hinter anderen großen Industriestaaten.

„Wenn wir uns nicht endlich wieder an die Spitze setzen, und das bedeutet TAL-Preise unter 9 €, oder wenigstens die selben Vergleichsmärkte wie bei der letzten TAL- Entscheidung heranziehen, was eine Preisfestsetzung unter 10 € notwendig macht, werden Investoren dies als Kapitulation des Regulierers vor den völlig überzogenen Forderungen der DTAG verstehen,“ erklärt Jürgen Grützner.

„Mit 17,40 € behaupteter Kosten für die TAL läge die DTAG auf dem letzen Platz in ganz Europa und würde sich damit zum ineffizientesten großen TK-Unternehmen erklären. Wir gehen davon aus, dass die DTAG in Wahrheit mindestens so effizient arbeitet wie die Telecom Italia, oder die Exmonopolisten in Dänemark, Estland oder den Niederlanden.“

Wachsende Kundenzahlen auf den Netzen der Wettbewerber dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass aufgrund der Kostensituation die meisten Unternehmen zur Zeit die Auslastung ihrer Netze im Fokus haben und nicht neue wichtige Investitionen in die Infrastruktur.

„Wenn wir die Breitbandversorgung in Deutschland schneller vorantreiben und ein innovatives breitgefächertes Diensteangebot für die Kunden realisieren wollen, dann haben wir jetzt die Chance dazu oder wir bleiben für die nächsten zwei Jahre bestenfalls europäisches Mittelfeld,“ so Jürgen Grützner. „Gerade im Breitbandwettbewerb liegen wir zur Zeit sogar auf einem blamablen drittletzten Platz in der EU, die neuen, viel kleineren Mitgliedsstaaten sogar eingeschlossen!“

„Wir unterstützen massiv die Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums, den Breitbandausbau voran zu treiben. Aber auch dieses Ziel ist unmittelbar abhängig von international konkurrenzfähigen Zugangspreisen zur TAL. Dem Regulierer kommt mit seiner Entscheidung zur TAL eine absolute Schlüsselposition für den gesamten TK-Markt in Deutschland zu, und der Regulierer kann mit einer klugen Entscheidung einen ungeheuren Impuls für den ganzen Wirtschaftsbereich setzen“, hofft der VATM-Geschäftsführer.

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