Pressemitteilungen

07.04.2005

Breitbandige Versorgung der Bevölkerung im Wettbewerb fördern

VATM: Keine öffentlichen Gelder zur Subventionierung alter Monopolstrukturen

Angesichts der aktuell bekannt gewordenen Absicht der Telekom, die Kommunen an der Finanzierung eines DSL-Aufbaus zu beteiligen, reagiert der Verband der Anbieter mit großer Sorge:

„Die Kommunen in der DSL-Diaspora werden von der Telekom offenbar immer häufiger vor die Wahl gestellt nach dem Motto: Verschaff uns Kunden und grabe Kabelschächte, dann legen wir DSL-Kupfer neben unsere schöne, aber leider unbrauchbare Glasfaser. Das läuft nicht nur auf eine klare Subventionierung des Ex-Monopolisten hinaus, sondern bietet auch die Gewähr für die nächste Wettbewerbsverzerrung. Während sich die Branche gemeinsam mit dem BMWA Gedanken macht, wie man die weissen Flecken der Breitbandversorgung in ganz Deutschland bekämpft, versucht die Telekom die ohnehin klammen Gemeinden im Osten wie im Westen abzuzocken und den Wettbewerb dabei noch zu behindern,“ erklärt Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM.

Und nicht nur das: Gleichzeitig versucht die Telekom beim Regulierer zur Zeit einen Antrag auf Genehmigung von teilweise fast dreihundert Prozent teureren Vorleistungspreisen in Gebieten mit Glasfaser durchzudrücken und verlangt für den Zugang zum Endkunden mit 17,40 € (monatlich für die Miete der Kupferdoppelader) von den Wettbewerbern ohnehin seit Jahren die höchsten Preise in ganz Europa.

Dort, wo neue Technologien dringend benötigt werden und Unternehmen erste Initiativen gestartet haben - z.B. über Funk oder infrastrukturfördernde City-Netze -, droht durch quersubventionierter Billigpreise der Telekom andernfalls das Aus alternativer Breitbandangebote. Um die Breitbandversorgung der Bevölkerung ökonomisch sinnvoll zu gewährleisten, muss vielmehr der Ausbau innovativer Technologien der Zukunft vorangetrieben werden. Der europäische Vergleich zeigt, dass Deutschland in Europa hinter alle großen Wirtschaftsstandorte zurückgefallen sind, weil hierzulande nur auf DSL gesetzt wurde.

„Nun bläst die Telekom zum letzten Gefecht und versucht mit dem Geld der Kommunen und der Wettbewerber ihre marktbeherrschende Position zum Schaden des Wirtschaftsstandortes Deutschland sogar noch zu festigen,“ so Jürgen Grützner.

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