Pressemitteilungen

13.10.2005

Investitionen im Telekommunikationsmarkt steigen um 20%

Wettbewerber stecken fast eine Mrd. € in Ausbau für Hochgeschwindigkeitsnetze

Wettbewerb in der Telekommunikation ist die entscheidende Triebfeder für Innovation und preisgünstige Angebote der Bürger und Unternehmen bei der breitbandigen Kommunikation. „Mit rund einer Mrd. € steigen die Investitionen der Wettbewerber ins Festnetz in 2005 erstmals seit dem Jahr 2000 wieder an und der Trend könnte sich fortsetzen“, erklärt Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM, auf dem heutigen Münchner Pressetag (alle Vorträge finden Sie hier). „In den letzten fünf Jahren, wurden hier über 10 Mrd. investiert, inklusive Mobilfunk sind es sogar 16 Mrd. €. Darauf können wir stolz sein, denn damit liegen die Investitionen der Wettbewerber in Netze und Dienste fast genau so hoch wie die des noch immer marktbeherrschenden Exmonopolisten Deutsche Telekom AG (DTAG)“.

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) unterstützt daher nachdrücklich das Ziel, Anreize für den Aufbau neuer Breitband-Netze zu setzen und Investitionen nicht durch staatliche Regulierung zu behindern. „Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass gerade Innovationen und Investitionen samt erheblicher Arbeitsmarktpotenziale massivst gefährdet sind, wenn es - wie im Falle von DSL geschehen - einem Exmonopolisten gelingt, auch nur für kurze Zeit Wettbewerb auszuschalten. Hier schützt sinnvolle Regulierung den Wettbewerb und damit Innovation und Investitionen,“ so Jürgen Grützner weiter.

Die Ankündigung der DTAG, weitere Investitionen in das Breitbandnetz von einer Rückführung der Regulierung abhängig zu machen, trifft daher auf entschiedene Kritik der Wettbewerber. „Unter dem Deckmantel der Innovation verkauft die DTAG hier eine Strategie, die angesichts des drohenden Verlustes weiterer Marktanteile im Breitbandbereich gezielt auf Wettbewerbsverdrängung in ausgewählten, wettbewerbsintensiven Ballungszentren setzt anstatt auf flächendeckenden Infrastrukturausbau ausgerichtet zu sein“, kritisiert Grützner.

Die von der DTAG geplante Verlängerung der Glasfaser über die Hauptverteiler hinaus ist vor allem in den neuen Bundesländern seit 1990 bestens bekannt und hat in vielen Regionen bis heute zu massiven Problemen beim DSL-Ausbau geführt. Die Verlängerung der Glasfaser ist daher keine Innovation, sondern schafft gezielt neue Zugangshindernisse für die Wettbewerber. „Diese „dynamischen Bottlenecks“ bedrohen die Investitionen von bundesweiten Netzanbietern, von City-Carriern und TV-Kabelnetzbetreibern ebenso wie die Geschäftsmodelle der Anbieter von schnellen Internetzugängen“ fürchtet Jürgen Grützner. Neu sind lediglich Hard- und Softwarekomponenten, die an den neuen Bottlenecks eingesetzt werden sollen. So soll es mit 3 Mrd. € Einsatz gelingen, in breitbandig bereits bestens versorgten Gebieten massiven Verdrängungswettbewerb führen zu können und nicht etwa dort die neue Technik einzusetzen, wo bereits Glasfaserverlängerungen seit 1990 gebaut wurden und viele Menschen seit langem auf breitbandige Internetzugänge warten müssen. „Geradezu aberwitzig mutet es an, genau hierfür Politik und Bundesnetzagentur zu einem Verzicht auf faire Zugangsmöglichkeiten der Wettbewerber an diesen, von der DTAG selbst neu geschaffenen Bottlenecks zu überreden“.

Die neue Bundesregierung muss daher den Ausbau der Hochgeschwindigkeitsnetze genau im Blick behalten und für ordnungspolitische Rahmenbedingungen sorgen, die echte Innovationen fördern und nicht Vermarktungsstrategien marktbeherrschender Unternehmen mit dem Ziel der Wettbewerbsverdrängung. Statt den gerade entstehenden Breitbandwettbewerb in Deutschland abzuwürgen, sollten Maßnahmen wie etwa in Großbritannien ergriffen werden, um den Wettbewerb zu stärken. Hier nutzt man weitergehende Möglichkeiten wie etwa die organisatorische Herauslösung des Anschlussnetzes des marktbeherrschenden Unternehmens, um allen Wettbewerbern fairen Zugang zu ermöglichen.

Auf dem Münchner Pressetag wurde seitens der teilnehmenden Infrastrukturbetreiber deutlich, dass eine konsequente Förderung des Wettbewerbs durch Regulierung Milliardeninvestitionen in der Zukunft auslöst und dank der deutlich überdurchschnittlichen Wachstumsraten von über 3% einen wesentlichen Beitrag zum Beschäftigungswachstum in Deutschland leistet: Mit einem Umsatz von 67 Mrd. € ist die Bedeutung des TK-Marktes für die gesamte Volkswirtschaft einstweilen vergleichbar mit großen anderen traditionelle Wirtschaftssektoren. „Wer die Bedeutung der Regulierung gegen den Exmonopolisten verkennt, gefährdet diesen wichtigen Zukunftsmarkt“, warnt Jürgen Grützner.

Kontakt

Corinna Keim
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