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18.10.2005

Breitbandausbau fördert Investitionen in den Standort Deutschland

VATM begrüßt weitere Entwicklung der Hochgeschwindigkeitsnetze

Durch die Ankündigung der Deutschen Telekom AG, zukünftig zehn Städte mit einem modernen Glasfasernetz zu versorgen, sieht sich der VATM in seiner Auffassung bestätigt, dass nur ein nachhaltiger Wettbewerb im Breitbandmarkt weitere Innovationen und Investitionen in den Standort Deutschland fördert.

„Auch die Deutsche Telekom reagiert nun auf die Marktgegebenheiten und investiert nach dem Vorbild der Wettbewerber mehrere Milliarden Euro in leistungsfähige Infrastrukturen,“ zeigt sich Gerd Eickers, Präsident des VATM, erfreut. „Die gesamten Investitionen in diesen Zukunftsmarkt bringen Deutschland seinem Ziel näher, auf einen Spitzenplatz der führenden Industrienationen im Breitband zu gelangen.“

Für eher suboptimal hält Eickers allerdings hohe Investitionen in das Aufreißen von Straßen und aufwendige Verlegen von Glasfaser neben schon bestehenden Kupferkabeln. Die Wettbewerber arbeiten hier weit effizienter und nutzen ADSL 2 mit 16 und zukünftig 25 Mbit/s Übertragungsrate.

„Mit 50 Mbit ist allenfalls etwas mehr Fernsehen drin. Denn die meisten Unternehmen möchten zukünftig neben Internet auch Fernsehen anbieten. Unser Schwerpunkt sollte aber klar auf der Entwicklung der Wissensgesellschaft und nicht erweiterten Fernsehangeboten liegen. Ein innovativer Vorteil gegenüber den Angeboten der Wettbewerber besteht demnach nicht“, ist Eickers überzeugt.

Auch technisch  gesehen, ist die bloße Verlängerung der bestehenden Glasfaserstruktur  über den Hauptverteiler hinaus nicht wirklich neu, wird sie doch von der DTAG bereits seit 1990 gerade in den neuen Bundesländern praktiziert.

Dort hat diese bekannte ISIS/OPAL-Technologie den breitbandigen Ausbau zum Leidwesen von Bürgern und Bürgermeistern weitgehend verhindert. Seit Jahren weigert sich die DTAG, diese Gebiete zu erschließen, weil die technische Aufrüstung sich wirtschaftlich nicht rechnet. Viele Gemeinden kämpfen seit langem für ihre Bürger und insbesondere örtliche Gewerbetreibende, die breitbandige Dienste nutzen wollen oder müssen. Die Verlängerung der Glasfaser bis zum Kabelverzweiger (KVZ) allein ist seit Jahren nicht Treiber, sondern sogar Hemmschuh für das schnelle Internet.

„Technisch innovativ ist nicht der Glasfaserausbau, sondern die eingesetzte Technik am neuen Ende des Lichtleiters (bisher im HVT, jetzt am KVZ). Diese neue Technik soll nun aber nicht etwa in wettbewerbsarmen und unterversorgten Gebieten eingesetzt werden, sondern gezielt in zunächst 10, dann 30 Ballungszentren, in denen die Breitbandversorgung ohnehin – dank Wettbewerber – hervorragend funktioniert“, meint Eickers.

Politiker und Regulierer werden deshalb schnell erkennen, dass die Deutsche Telekom AG versucht, gerade die Infrastrukturinvestitionen der Wettbewerber – seien es TV-Kabelnetzbetreiber oder Telekommunikations-Netzbetreiber - anzugreifen, um ihr altes Anschlussmonopol (87% Marktanteil bei den direkt angeschlossenen Kunden) in dem zukünftig entscheidenden Inhaltebereich der Online-, Mehrwert- und Mediendienste abzusichern.“

Damit geht es der Deutschen Telekom AG beim geplanten Netzausbau letztlich nicht etwa um den Internetstandort Deutschland, sondern um Marktverdrängung und Remonopolisierung – dort, wo Wettbewerb gerade erst Fuß gefasst hat.

Kontakt

Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
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