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23.09.2008

EU-Kommission stellt neue Pläne für SMS- und Daten-Roaming vor

VATM: „Das eigentliche Problem sind die Vorleistungspreise“

„Es ist nachvollziehbar, dass Frau Reding sich der Themen SMS- und Daten-Roaming annimmt. Auch wir sind dafür, dass die Preise für den Verbraucher günstiger werden – aber im Wettbewerb“, so der VATM zu den heute von der EU-Kommissarin vorgestellten Vorschlägen: „Die Lösung sollte, wenn nötig, eine Regulierung der Vorprodukte sein. Daher unterstützen wir die Pläne der EU-Kommission, für Vorleistungspreise im Daten-Roaming eine Obergrenze festzulegen.“

Das eigentliche Problem seien die hohen Einkaufspreise. Diese werden von den großen internationalen Mobilfunk-Netzbetreibern bestimmt, die 80 Prozent des europäischen Marktes dominieren. „Die Wholesale-Preise bewegen sich immer noch auf viel zu hohem Niveau“, stellt Grützner klar. Sie bedeuten für die kleineren Netzbetreiber einen klaren Nachteil, da sie im Ausland mehr Netzkapazitäten zukaufen müssen und aufgrund niedrigerer Kundenzahlen zudem oft sogar schlechtere Konditionen erhalten als die großen Anbieter.

„Wenn kleinere Netzbetreiber pro MB Datenvolumen einen Einkaufspreis von mehreren Euro zahlen müssen, können dabei für den Endkunden nur unerfreulich hohe Preise herauskommen. Eine Regulierung der Vorleistungsebene kann also den Wettbewerb fördern und den Markt aktivieren.“ Einige Player der European Mobile Challenger Group, zu der auch die E-Plus Gruppe gehört, berechnen sich schon heute weitaus niedrigere Einkaufspreise (lediglich 25 Cent/MB) beim Daten-Roaming. „Niedrige, faire Vorleistungspreise sind die richtige Ausgangsbasis für funktionierenden Preiswettbewerb und nicht die Regulierung der Endkundenpreise“, so der VATM-Geschäftsführer: „Das sofortige Durchgreifen auf die Endkundenpreise  widerspricht den Regulierungsregeln, die sich die EU-Kommission selbst gesetzt hat.“

Der Vorschlag von EU-Kommissarin Reding, die SMS-Preise für den EU-Versand einheitlich auf einen Endkundenpreis von 11 Cent zu regulieren, würde zudem bedeuten, dass die EU-Preise beim Auslandsversand unter dem bei durchschnittlich 16 Cent liegenden Inlandsniveau festgesetzt würden und damit mittelbar die nationale Preisgestaltung beeinflusst würde. Das Gleiche gelte für die vorgeschlagene sekundengenaue Abrechnung für Auslandstelefonate.
 
„Wenn Brüssel darauf achtet, dass nationale Regulierer den Wettbewerb fördern, so ist das im Interesse der Verbraucher und des europäischen Binnenmarktes. Endenkundenpreisregulierung an den nationalen Regulierern vorbei führt aber in die falsche Richtung. Damit macht sich die EU-Kommission politisch angreifbar und schwächt ihre wichtige Kontrollfunktion“, fürchtet der VATM-Geschäftsführer.

Kontakt

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