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22.05.2007

Telekom beantragt 90 Prozent höhere Entgelte

VATM: Kündigungs- und Wechselentgelte müssen deutlich sinken

Die Deutsche Telekom AG will die Einmalentgelte bei Teilnehmeranschlussleitung und Line Sharing zu Lasten ihrer Wettbewerber um bis zu 90 Prozent erhöhen. Das ergibt sich aus dem vom Ex-Monopolisten eingereichten Antrag, der morgen in einer öffentlichen Anhörung bei der Bundesnetzagentur behandelt wird. Der VATM kritisiert diese Einmalentgelte als bereits heute zu hoch und spricht sich für eine deutliche Absenkung in Höhe von mindestens 30 Prozent aus. Zu den Einmalentgelten gehören beispielsweise die Preise für die Neueinrichtung oder Umschaltung eines Kunden sowie Kündigungsentgelte.

„Der von der Telekom eingereichte Antrag zur Erhöhung der Einmalentgelte hat mit den tatsächlichen Kosten der effizienten Leistungsbereitstellung nichts zu tun und ist rein strategisch motiviert“, wertet VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Nach einer Vergleichsmarktstudie des renommierten Beratungsunternehmens Analysis liegen die Einmalentgelte in Deutschland bereits heute um bis zu 60 Prozent höher als im EU-Vergleich. „Für die Neufestlegung der Einmalentgelte Ende Juni müssen die aktuellen Kosten der effizienten Leistungsbereitstellung der Telekom herangezogen werden“, fordert Grützner. „Dass die aktuellen Kosten aufgrund von Einsparungen und Effizienzgewinnen heute deutlich niedriger sind, geht aus verschiedenen Verlautbarungen des Konzerns selbst hervor.“

Der VATM appelliert an die Bundesnetzagentur, im anstehenden Entgelt-Genehmigungsverfahren den bewährten Kurs einer wettbewerbsorientierten Absenkung der Einmalentgelte weiter fortzusetzen, denn die Einmalentgelte haben erheblichen Einfluss auf die Höhe der Endkundenpreise. So beträgt ihr Anteil etwa bei Line Sharing auf die durchschnittliche Vertragslaufzeit gerechnet rund ein Viertel. Mit einer deutlichen Absenkung kann nach Ansicht des Verbandes auch künftig eine dynamische Marktentwicklung gewährleistet werden. Zudem würden die bislang getätigten Infrastruktur-Investitionen in Milliardenhöhe geschützt.

Die Entscheidung der Bundesnetzagentur zu den Einmalentgelten ist für den 29. Juni vorgesehen.

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