Pressemitteilungen

13.12.2007

Über 100.000 wechselwillige Breitbandkunden in der Telekom-Warteschleife

VATM: Bundesnetzagentur muss unverzüglich gegen Marktmissbrauch einschreiten

Die Zahl der DSL-Kunden, die von der Deutschen Telekom zu einem Wettbewerber wechseln wollen und auf die Umschaltung ihres Anschlusses warten, steigt weiter an. Nach einer aktuellen Umfrage des VATM bei den größten deutschen Telekommunikationsanbietern sind mittlerweile mehr als 100.000 Kunden betroffen. Nach Arcor stellt nun mit Telefonica Deutschland ein weiterer Infrastrukturanbieter einen Missbrauchsantrag bei der Bundesnetzagentur. Der VATM fordert aus diesem Anlass den Regulierer auf, die Telekom unverzüglich zu einer schnellen Bereitstellung der Teilnehmeranschlussleitungen zu verpflichten.

„Die Zahl der Kunden, die zu einem Wettbewerber wechseln wollen und bei der Telekom sozusagen in der Warteschleife hängen, ist heute sogar deutlich höher als während des Streiks“, stellt VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner die Dimension des Problems dar. „Dadurch wird das weitere Wachstum des Breitbandmarktes deutlich behindert. Die Tatsache, dass die Telekom bei ihren eigenen Kunden die Umschaltung innerhalb weniger Tage vornimmt, belegt dabei, dass es sich nicht um prozessbedingte Verzögerungen handelt, sondern um Diskriminierung auf breiter Front.“

Auch der anhaltende DSL-Boom selbst kann nach Ansicht des VATM nicht der Grund für die unzumutbar langen Wartezeiten sein. „Unsere Mitgliedsunternehmen sind seit vielen Monaten, in manchen Fällen sogar seit Jahren mit der Telekom im Gespräch, um höhere Bereitstellungsmengen bei der Teilnehmeranschlussleitung zu erhalten“, erläutert Grützner. „Da der Ex-Monopolist für die Umschaltung der Leitungen zudem hohe Einmalentgelte erhält, sind die Wartezeiten nur damit zu erklären, dass der Wettbewerb an dieser Stelle ausgebremst werden soll.“

Die Wettbewerber investierten selbst seit Jahren Milliarden in den Ausbau ihrer Netze, so der VATM-Geschäftsführer weiter. Das Zurückverdienen dieser Investitionen dürfe nicht durch eine Blockadehaltung der Telekom behindert werden, wenn man auch künftig Infrastrukturinvestitionen wolle. Der Verband sieht daher nun die Bundesnetzagentur in der Pflicht, die Diskriminierung der Wettbewerber durch das nach wie vor marktbeherrschende Unternehmen zu unterbinden.

„Die Verzögerungen bei der Umschaltung wirken sich gleich doppelt schädlich auf den Wettbewerb aus, wenn die Telekom während der Wartezeit auch noch versucht, den Kunden zurückzugewinnen und ihm ihre Call & Surf-Produkte mit zweijähriger Vertragslaufzeit unterzujubeln“, befürchtet Grützner. „Denn die meisten Kunden der Telekom wissen beim Vertragsabschluss nicht, dass sie aus diesen Verträgen frühestens 2009 wieder herauskommen.“

Kontakt

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Leiterin Kommunikation und Presse
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