06.07.2017

Telearbeit und Shared Economy

Telearbeit, oder spezieller: Heimarbeit, hat eine sehr lange Tradition, unabhängig des jeweiligen Arbeitsverhältnisses (Angestellt oder Freier Mitarbeiter). Schon im vorigen Jahrhundert wurden z. B. in Heimarbeit Zigarren gedreht oder Kleider genäht. Im Grunde genommen waren bereits diese erste Ansätze der Telearbeit ebenso eng mit dem heutigen Begriff der „Shared Economy“ verknüpft: Es wurde die vorhandene Infrastruktur der jeweiligen Person genutzt, um Ware herzustellen. Die genutzte Infrastruktur war das gewärmte Haus, der Tisch, der Stuhl, die Nähnadel oder später die Nähmaschine.

Dieses Bild hat sich nur insofern gewandelt, als dass heute ganze Wohnungen (Airbnb), Laptops (Yoummday), Autos (Uber) und viele andere für den privaten Gebrauch getätigte Investitionen für eine wirtschaftliche Wertschöpfung zusätzlich genutzt werden.

Meist werden diese „Shared Economy Unternehmen“ im Rahmen einer cloud-basierten Online-Plattform, genauer im Rahmen eines Marktplatzes, organisiert. Das heißt, Anbieter und Nachfrager von bestimmten Leistungen treffen sich auf dem Marktplatz und können darüber den Leistungsaustausch organisieren.

Damit der Austausch reibungslos läuft, stellt der Plattformanbieter folgende Leistungen zur Verfügung:

  • die technische Infrastruktur
  • die sichere und reibungslose Zahlungsabwicklung
  • die Vermarktung der Plattform, also ausreichend Angebot und Nachfrage
  • die Qualitätssicherung.

Für diese Leistungen erhält der Anbieter in der Regel eine Vermittlungsprovision, die zwischen 10 und 30 Prozent des über die Plattform getätigten Umsatzes variiert. In der Regel wird auf diesem Weg die bisherige Kostenstruktur stark verändert, da die Kostenkette verkürzt wird.

Davon profitieren alle drei Parteien:

  • der Anbieter (Telearbeiter) kann mit vorhandenen Assets Geld verdienen;
  • der Nachfrager erhält sehr günstige Preise und gute Qualität, da auf dem Marktplatz starker Wettbewerb herrscht;
  • der Plattform-Betreiber, der ein gut skalierendes Geschäft betreibt mit stark degressiven Aufwänden bei steigenden Nutzer- und Umsatzzahlen.

Hinzu kommt, dass im Falle von Heimarbeitsplätzen ein beträchtlicher positiver Umweltfaktor zu Buche schlägt, ebenso wie die Familienverträglichkeit und der gute (Neben-) Verdienst.

Nicht zu vernachlässigen sind die enormen Entwicklungskosten, die in Online-Plattformen stecken und auch einen dauerhaften Kostenblock darstellen. Diese verschaffen anderseits einen klaren Wettbewerbsvorteil, und das nicht nur im Rahmen viel effizienterer Wachstumsmöglichkeiten, inklusive Internationalisierung.

Dr. Klaus Harisch ist Mitgründer von Yoummday.com, eines Online-Marktplatzes für Customer-Care-Services. Yoummday verfügt nach einem Jahr bereits über rund 3.500 registrierte Agenten und hat erste Niederlassungen in Kapstadt und Sofia gegründet. Yoummday bedeutet: You made my day!