12.05.2016

VATM-Tele-Kompass: 5G mehr Revolution als Evolution

Die Mobilfunksysteme der 5. Generation (5G) werden für Anwendungen wie Industrie 4.0, E-Health und Smart Grid oder autonomes Fahren den Durchbruch bringen und dadurch die Wirtschaft und die Gesellschaft nachhaltig verändern. Mit Blick auf den internationalen Wettbewerb die Weichen schon jetzt richtig zu stellen, ist eine der großen Herausforderungen nicht nur für die Telekommunikationsindustrie. Wie jedoch schafft man in Deutschland den Wandel zur Gigabit-Gesellschaft und zur Schlüsseltechnologie 5G? Mit dieser Frage beschäftigte sich Vertreter aus TK-Branche, Politik und dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur auf dem VATM-Tele-Kompass im April.

Deutlich war die Position von EU-Kommissar Günther Oettinger, der sich via Video-Botschaft äußerte: Es brauche einen gesunden Wettbewerb, um 5G Realität werden zu lassen, so sein Statement.

Gerade damit der Wettbewerb in Europa auch international konkurrenzfähig bleibe, forderte Ericsson-Deutschland-Chef Stefan Koetz ganz konkret mehr Mobilfunk-Standorte, mehr Frequenzen und leistungsfähigere Backbone-Systeme. Mit Blick auf die Anbindung der Mobilfunkstationen mit Glasfaser warnte Hartmut Kremling, Vodafone Ambassador (vorm. CTO Vodafone Central Europe) im Rahmen der Paneldiskussion, dass die aktuelle Vectoring-Entscheidung der Bundesnetzagentur den Glasfaserausbau und damit auch den Anschluss der Mobilfunkbasisstationen an ein leistungsfähiges Backbone-Netz erheblich erschweren werde.

Die Bedeutung von 5G als Schlüsseltechnologie für die vernetzte Gigabitgesellschaft und Revolution für die Kunden hob Dr. Jan Krancke, Vice President Regulatory Strategy & Economics bei der Deutschen Telekom, hervor.

Doch dürfte über eine erneute teure Frequenzversteigerung den TK-Unternehmen nicht das Geld für den Breitbandausbau entzogen werden, mahnte Valentina Daiber, Director Corporate Affairs der Telefónica Germany. Innovationspotentiale müssten erhalten bleiben.

Aus Sicht der Politik betonte Thomas Jarzombek MdB (CDU), dass 5G mit Glasfaser als Backbone die entscheidende Netzinfrastruktur der Zukunft sei. Die EU nehme durch die Kooperationsvereinbarungen zum Thema 5G mit Brasilien, China, Japan und Korea im internationalen Vergleich eine Vorreiterrolle ein. Politik und Industrie zögen hier an einem Strang, um die Einführung von 5G bis zum Jahr 2020 zu gewährleisten.

Für eine Technologieführerschaft bei 5G brauchten Deutschland und Europa neben den Frequenzen auch einen branchenübergreifenden Standard für 5G, machte Frank Krüger, Leiter der Unterabteilung Digitale Gesellschaft und Infrastruktur beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, deutlich. Dazu müssten noch mehr 5G-Testfelder wie auf der A9 aufgebaut werden.

Letztlich bestand Einigkeit, dass branchenübergreifende Kooperationen und gemeinsame Plattformen für eine Erfolgsstory 5G von größter Relevanz sind.

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Die Veranstaltung fand mit freundlicher Unterstützung der Ericsson Deutschland GmbH statt.

(Foto: Frank Ossenbrink)