23.09.2015

VATM-Marktstudie zur Lage des TK-Marktes und
Breitbandausbaus

Höhe der Investitionen, Zahl der Breitbandanschlüsse, Datenvolumina, Entwicklung von SMS und WhatsApp – diese und viele weitere spannende Zahlen zum Telekommunikationsmarkt und Breitbandausbau hält die TK-Marktstudie 2015 von Dialog Consult und VATM bereit. Wie in jedem Jahr enthält sie die wichtigsten Fakten und Trends im Mobil- und Festnetzmarkt sowie bei den Auskunfts- und Mehrwertdiensten.

Ein sehr wichtiges Ergebnis der TK-Marktstudie ist, dass die Wettbewerber mit 4,2 Milliarden Euro erneut mehr als die Hälfte (53,8 Prozent) des Investments stemmen werden. Damit haben sie seit der Festnetz-Liberalisierung rund 66,5 Milliarden Euro investiert und sind weiter Treiber von Innovationen. Auf dem Land investieren v. a. die alternativen Anbieter, insbesondere kleinere mittelständische und regionale Unternehmen.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Wettbewerb im TK-Markt immer noch einer effizienten Regulierung bedarf. Die Telekom ist im Festnetzbereich weiterhin dominierend. 17 Jahre nach der vollständigen Liberalisierung wird die Telekom alleine in diesem Bereich mit 40,5 Prozent Gesamtumsatzanteil fast so viel umsetzen wie alle alternativen Festnetz-Carrier zusammen. Im Bereich Breitband beherrscht die Telekom auch Ende 2015 mit 42 Prozent Endkunden-Anteil deutlich den Markt.

Etwa 2,1 Millionen Haushalte (+350.000) werden in Deutschland Ende 2015 an Glasfasernetze mindestens bis zum Gebäudekeller (FTTB/FTTH) angeschlossen sein – ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Drei Viertel dieser zukunftsorientieren Glasfaseranschlüsse werden von den alternativen Anbietern realisiert. Tatsächlich von den Verbrauchern gebucht, wird jedoch bislang nur ein Viertel der bereits ausgebauten Anschlüsse. Aus Sicht des VATM spielt hier unter anderem – auch mit Blick auf den Standort Deutschland – eine Forcierung des E-Government durch die Bundesregierung eine wichtige Rolle. Hier gibt es auch laut einem aktuellen Gutachten des Kompetenzzentrums Öffentliche IT (ÖFIT) für den Nationalen Normenkontrollrat (NKR) deutlichen Nachholbedarf.

Viel Bewegung herrscht beim Mobilfunk und mobilen Internet. Der Datenverkehr im Mobilfunkbereich nimmt in 2015 um rund 30 Prozent zu. Das Volumen wird in Zukunft voraussichtlich noch weiter stark zunehmen, da durch LTE wesentlich mehr Daten transportiert werden können. Deutlich spürbar sind die Anteilszuwächse der Over-the-Top-Anbieter (OTT) wie z. B. WhatsApp oder Skype beim Mitteilungsversand und Sprachvolumen. Dies hat jedoch nichts mit der Zugangsregulierung in Deutschland zu tun, sondern mit einem fehlenden Level Playing Field u. a. in den Bereichen Medien- und Urheberrecht sowie Jugend-, Daten- und Verbraucherschutz. Regulierungsbedingte Nachteile gegenüber Asien und den USA sind nicht zu erkennen.

Unsere Marktstudie, die wir jährlich mit dem renommierten Beratungsunternehmen Dialog Consult GmbH vornehmen, ist ein gern genutztes Nachschlagewerk für Politiker, Journalisten, Analysten, Institutionen und alle, die an der Entwicklung der Telekommunikations-Branche interessiert sind. Die Zahlen, Fakten und Bewertungen der Branchenentwicklung 2015 sowie einen Ausblick auf 2016 präsentierten Prof. Dr. Torsten J. Gerpott von Dialog Consult GmbH und VATM-Präsident Martin Witt im Rahmen einer Pressekonferenz in Düsseldorf. Die Pressemitteilung haben wir noch einmal beigefügt. Eine On-Demand-Version zum „Nachsehen“ steht Ihnen unter www.vatm.de zur Verfügung.

VATM-Präsident Martin Witt warnte bei der Vorstellung der Marktstudie am 21. Oktober eindrücklich vor den Gefahren und Folgen einer neuen Monopolisierung durch einen exklusiven Vectoringausbau im Nahbereich der Hauptverteiler (HVt) der Telekom – für den Wettbewerb, den Breitbandausbau, die Digitalisierung und damit den Standort Deutschland. Witt schlug eine Übertragung der Vectoring-I-Entscheidung mit Windhundrennen auf den Nahbereich vor. „Wettbewerb treibt den Ausbau in dreifacher Hinsicht: Wettbewerber bauen selbst aus, treiben die Telekom dazu auszubauen und finanzieren über Vorleistungsentgelte den Ausbau mit. Dieses Triple-Play ist unser Erfolgskonzept in Deutschland – und genau dieses Prinzip muss die Politik weiter nachhaltig unterstützen, wenn der Glasfaserausbau schneller vorankommen soll“, so der VATM-Präsident. Nur eine ernstgemeinte Wettbewerbspolitik ebne den Weg in die Gigabit-Gesellschaft und sichere auch morgen die Innovationskraft von Deutschland und Europa als Wirtschaftsstandort.

Die Vorstellung der Marktstudie fand mit freundlicher Unterstützung von ecotel communication ag in Düsseldorf statt.

Haben Sie die Vorstellung der Studienergebnisse durch Prof. Dr. Torsten J. Gerpott und das Fazit verpasst? Hier geht es zur On-Demand-Version.

Komplette Pressemitteilung lesen.

Die TK-Marktstudie 2015 finden Sie HIER.

Die Präsentation Fazit von VATM-Präsident Martin Witt finden Sie HIER.