17.10.2014

Vectoring: Erstes Zwischenfazit fällt überwiegend positiv aus

Nachdem die Einführung von Vectoring und die dafür geltenden Rahmenbedingungen die Branche seit 2013 für viele Monate in Atem gehalten hatte, konnte Mitte dieses Jahres endlich der offizielle Startschuss für die ersten Ausbauprojekte gegeben werden. Grundlage war die bei der Deutschen Telekom platzierte Vectoring-Liste. In ihr können die Unternehmen ihre Ausbauprojekte anmelden, um die zur Realisierung der Vectoring-Technologie notwendige Exklusivität im Ausbau-Gebiet sicherstellen zu können.

Die vom VATM geäußerten Bedenken gegen eine Platzierung dieser Liste unmittelbar bei der Telekom sollte mit einem Sicherheitskonzept und sorgfältiger Aufsicht durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) begegnet werden. Nach einem eher holprigen Start zogen die Unternehmen ein halbwegs zufriedenstellendes Fazit. Die hohe Zahl gestellter Anträge hatte die Telekom veranlasst, die Anzahl der internen Listenbearbeiter um die Hälfte zu erhöhen und damit gegen Ende des Monats den ganz überwiegenden Teil der Anträge bearbeitet zu haben.

Trotzdem haben sich bei der praktischen Anwendung offene Fragen ergeben, die es nun zügig unter Einbindung der Regulierungsbehörde zu beantworten gilt. Hierzu wird der VATM einen FAQ-Katalog zusammenstellen, der den Wettbewerbsunternehmen Hilfe bei Konflikten vor Ort verspricht.

Auch bei der sich nun anschließenden Diskussion um die Frage der Förderbarkeit – die EU-Kommission besteht bei Breitbandförderprojekten weiterhin auf die Möglichkeit zur physikalischen Entbündelung – zeichnet sich eine Einigungsmöglichkeit ab, die Vectoring förderungsfähig machen kann. Hier wird mit der neuen Kommission der Gesprächsfaden wieder aufgenommen. Der VATM wird alles daran setzen, dass die Bürger in den geförderten ländlichen Gebieten nicht wegen Brüssel schlechter versorgt werden als in den Ballungszentren.

Foto: EWE TEL